Volle drei Jahre musste der geneigte Fan nach "Dead End Dreaming" warten um von den beliebtesten süddeutschen Düsterrockern wieder etwas zu hören.
Nachdem man mit der Single "Killhoney" endlich einen Vorgeschmack auf das neue Album erhielt, die neben genanntem Track auch 3 weitere Songs von "The Sick's Sense" enthielt, darf man sich nun ein komplettes Bild über das musikalische Schaffen der Band der letzten Monate machen… Und jeder, der schon bei der Single aufgehorcht hat, wird nicht enttäuscht werden!
Insgesamt kommt die Scheibe samt Verpackungsmaterial ungewohnt schlicht und weiß daher, für genug Düsterheit wurde schon wohl mit dem Albumcover gesorgt, das einen Schaufensterpuppen-ähnlichen Menschen zeigt, dessen Augen vor den verschwommenen Lichtern der Stadt mit blauen Flammen brennen… Was jetzt irgendwie dramatischer klingt, als es aussieht. Aber insgesamt sehr schön und passend.
Los geht es mit "Dead City Lights" das einem abwechselnd krachende Gitarren und die etwas gedämpftere Melodie im Hintergrund um die Ohren haut, bis es im Refrain eingängiger und einprägsamer wird. Ein guter Startschuss für das Album, der garantiert wach macht.
Danach bekommt man das schon genannte "Killhoney" zu hören, welches einer der Top-Tracks des Albums ist. Gestartet wird mit dem kraftvollen Refrain, um in eine melancholische Strophe überzugehen und dann wieder reinzuhauen. So kennt und liebt man End Of Green, facettenreich und mitreißend.
"Anthem for a new Wave" punktet durch die einprägsame und eingängige Melodie die den einen oder anderen Ohrwurm bescheren dürfte, ist ansonsten aber ein lediglich durchschnittlicher Song.
"Hurter" dagegen hat schon wieder Hit-Potential und ich sehe die eingeschworene Fangemeinde schon jetzt den Text auf den Konzerten mitgröhlen… Ein Song, der irgendwie locker, aber dennoch kraftvoll wirkt.
Aber nun zu meinem persönlichen Favorit des Albums, "Die Lover Die" zeichnet sich vor allem durch Sänger Michelles Brüllen bzw. Schreien im Refrain aus, das sehr emotionsgeladen klingt. Aber auch drumherum ist der Song klasse, also: unbedingt anhören!
Mit schweren, schleppenden und vollen Gitarrenriffs geht es mit "let sleeping gods lie" weiter, zwar ein okayener Song, aber meiner Meinung nach übertönen die Gitarren den Gesang schon fast. Kein Überflieger, kann man sich aber gut anhören.
"My crying veins" bietet die offen bekundete Art von Weltschmerz, die von jeder anderen Band vorgetragen irgendwie albern herüberkommen würde. Tatsächlich sind End Of Green in meinen Augen, die einzige Band die ich kenne, die es schafft solche Texte authentisch herüberzubringen… Und allein dafür gibt es schon volle Punktzahl für diesen Song!
Und damit der geneigte Hörer nicht in genanntem Weltschmerz ertrinkt, geht es für End Of Green Standards richtig fröhlich bei "Pain Hates Me" zu. Zwar verliert der Song zwar irgendwann den mitreißenden Effekt den man am Anfang vielleicht verspürt hat, aber schließlich soll es ja nicht zu fröhlich werden…
Etwas metallastig beginnt "The Sickness Crown" mit rauen Gitarren, wird im Refrain aber wieder eingängiger. Nichtsdestotrotz trägt der Song auch zum Facettenreichtum des Albums bei und rockt dabei richtig gut.
Bei "Ghostdance" werden die Gitarren zwar wieder heller, aber gerockt wird trotzdem genauso, wenn auch nicht so heftig. Leider hört sich der Gesang im Refrain stellenweise etwas schwach an, dafür überzeugen die Gitarrenriffs aber.
Betont ruhig und sehnsuchtsvoll ist dagegen "Sunday Mourning" gehalten, kann man sich zwar gut anhören, ist aber nicht unbedingt einer der Songs den ich auf Dauerrotation hören muss weil einfach etwas markantes fehlt.
Das Finale rollt mit "Bury Me Down (The End) langsam und schwermütig an, bis einem die Band die ganze Verzweiflung und Wut mit den Gitarren entgegenschmettert bzw. Sänger Michelle sie einem entgegenschreit. Ein toller Abschluss für ein gelungenes Album.
Fazit: End Of Green haben wieder einmal bewiesen, dass sie es immer noch können, und zwar ohne langweilig zu werden. Die Band vermischt gekonnt Bewährtes mit Neuem, um einen genialen Track nach dem anderen zu schaffen. Zwar gibt es auch einige mittelmäßige Tracks auf dem Album wo der Funke nicht so recht überspringen wollte, aber das ist wohl auch Ansichtssache. Tatsächlich ist das einzige, was mich wirklich gestört hat, der Albumtitel: Das Wortspiel ist zwar gewitzt und irgendwo treffend, aber man hätte besser einen eigenständigen Titel wählen sollen, damit man nicht immer zuerst an den ähnlichen Filmtitel denkt und damit das Album quasi ein wenig in den Schatten stellt. Ein bisschen schade, denn verstecken sollte man diesen schönen Silberling sicher nicht!
Tracklist:
01 - dead city lights
02 - killhoney
03 - anthem for a new wave
04 - hurter
05 - die lover die
06 - let sleeping gods lie
07 - my crying veins
08 - pain hates me
09 - the sickness crown
10 - ghostdance
11 - sunday mourning
12 - bury me down (the end)






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