Nach nunmehr drei Jahren lassen Staubkind wieder von sich hören: Nach dem Erstlingswerk „Traumfänger“ versuchen die Herren um Louis Manke nun den Erfolgs- und Bekanntheitsgrad mit dem Silberling „Zu weit“ auszubauen.
Nach nunmehr drei Jahren lassen Staubkind wieder von sich hören: Nach dem Erstlingswerk „Traumfänger“ versuchen die Herren um Louis Manke nun den Erfolgs- und Bekanntheitsgrad mit dem Silberling „Zu weit“ auszubauen.
Der im Intro fallende Satz „Es ist noch immer dein Weg, der zu dir gehört“ beschreibt gleich zu Beginn den noch immer konstanten Stil der Gruppe: melodischer Gothic-Pop mit leichtem Rockanteil in klinisch steriler Atmosphäre.
Das erste Stück ist dann auch gleich mit „Abschied“ betitelt, was aber auf den Herzschmerz-Inhalt bezogen ist. In gewohnter Art und Weise bietet man dem Hörer ruhige Zwischenparts, welche durch - mit Gitarren aufgepeitschte – Refrains durchbrochen werden. „Halt mich“ welches in der Mitte des Longplayers angesiedelt ist, funktioniert nach dem gleichen Prinzip.
Wirklich heftiger wird es auf „Zu weit“ auch nicht, nur in Sachen Tempo wird beispielsweise bei „Erinnerung“ oder „Wunderschön“ zugelegt. Das erinnert stellenweise sehr an ebenfalls deutschsprachige Szenegrößen wie Zeraphine. Der wohl größte Unterschied liegt einfach in der Stimmlage und dem Stimmungstransport welchen Frontmann Louis Manke zu produzieren vermag: Alles wirkt wenig emotional, ja oft sogar steril. Die durchaus schönen Melodiestränge rauschen einfach so vorbei, wenn stimmlich keinerlei Gefühl zu vernehmen ist. Schade ist das schon, denn ich habe Staubkind vor einigen Jahren bereits live erleben dürfen und das war nicht annähernd so trocken gehalten.
Natürlich gibt es auch die wirklich ruhigen Nummern, getragen von Piano oder Akustikgitarre, „Vergiss nicht“, „Viel mehr“ als Akustikversion oder „Wenn du schläfst“ sind hier zu nennen. Letzteres bedient das Gehör sogar als Duett mit Frauenstimme, aber auch hier fehlt mir der Schmerz, der in dem Genre typisch durch die Kopfhörer ins Trommelfell zum Herzen kriecht und mich mitleiden lässt.
Fazit:
Staubkind´s „Zu weit“ ist nur wenig anders als der Vorgänger, ein wenig rockiger vielleicht, aber in den emotional aufwühlenden Passagen einfach nicht rockig genug. Die Akustischen Nummern hingegen lassen einiges an Entwicklung erhoffen, sind die Texte dieser Formation eben wirklich hochwertig emotional und Gedankenanregend. Überhaupt bin ich immer positiv gestimmt wenn es um musikalische Lyrik geht, welche unsere Heimatsprache unverhunzt über den Äther schickt.
Alles in allem ist „Zu weit“ ein Album für die eher ruhigen Momente, ein Album zum Nebenherhören, ein Album für Freunde von Gotic-Poprock eben.
Wenn ich mir für die nächste Scheibe etwas wünschen dürfte, dann wäre es das Bannen der live so wunderbar rübergebrachten Emotion auch auf einem Silberling fürs heimische Mitgefühl.
Ganz zum Schluss heißt es dann wieder „Reinhören und Ausprobieren“ für Jedermann und –frau ganz persönlich.
Tracklist:
01. Intro
02. Abschied
03. Erinnerung
04. Zu weit
05. Gestern
06. November
07. Wenn du schläfst
08. Halt mich
09. Wunderschön
10. Königin
11. Als ich fortging
12. Viel mehr (Akustik)






REVIEWS







