Ihr nunmehr fünftes Album werden die Amerikaner BLEEDING THROUGH im April veröffentlichen - und dies ist bei Weitem kein musikalischer Aprilscherz! Gearbeitet wurde mit Zeuss, der u.a. auch HATEBREED produziert hat.
Und nein, kein Abklatsch soll es sein, das Album soll das Meisterwerk der Band sein - mit fesselndem Gitarrenklang, kraftvollem Gesang und dem gewissen Etwas.
Ist dem so? Das erfahrt ihr im review!
Los geht es mit Streicher-Arrangements, die den Beginn von “A resurrection” bedrohlich und zugleich immer mehr verspielt wirken lassen. Dieser Einstieg in das Album ist komplett instrumental gehalten und ist fernab vom harten Rock-Klang anzusiedeln – aber es steigert die Neugierde auf den Rest des Albums durchweg!
Umso kontrastreicher ist dann der Übergang vom ersten Track zu “Anti-Hero”, da dieser Song von Sekunde eins an mit voller Kraft vorausprescht und sehr selten einen Gang zurückschaltet. Gesanglich ein wirklich gut gelungenes Werk, da auch die Musik melodiebezogen sehr gute Unterstützung zu bieten hat und der ganze Song rund und in sich geschlossen wirkt – was vielleicht auch an den gut gelungenen Übergängen zwischen dem sehr schnellen und knüppelndem Refrain und den etwas ruhiger ausgefallenen Strophen liegen dürfte.
Ein bisschen weniger knüppelhart geht es mit “Your abandonment” weiter, auch wenn der Rhythmus gleich treibend wie beim Vorgänger ist (vom Beginn einmal abgesehen). Gesanglich gefällt mir das Stück besser, da der Gesang klarer und ausdrucksstärker erscheint, auch wenn der Gitarrenklang diesen leider zeitweise schon fast aus dem Vordergrund verdrängen kann. Sehr gut gelungen ist zudem das immer wieder auftretende und gut dosierte Einsetzen von klassischen Instrumenten, die dem Song einen „antiken“ Touch und Sound verleihen.
“Fifteen minutes” schließt sich klanglich sehr gut an „Your abandonment“ an, da auch hier immer wieder vorsichtig und eher unauffällig, trotzdem effektiv und akzentuierend, mit Streicherklängen unterlegt wird, ohne dass der Song zu weich wirkt (jedoch ist er durchaus langsamer gehalten als die beiden Lieder zuvor). Im Großen und Ganzen ist der Song musikalisch mitreißend und gesanglich überzeugend geworden, auch wenn der Schlagzeugklang teilweise etwas störend auf meine Ohren wirkt, was aber durch die allgemeine Überzeugungskraft des Stückes fast komplett wettgemacht werden kann.
Mit einem tollen Gitarrenintro beginnt “Salvation never found” und hat sich schon dadurch im Gehörgang festgebrannt- und selbige Melodie findet man auch immer wieder im Verlauf des Songs. Auch gesanglich ist es sehr einprägsam – nicht weil es 08/15 ist, nein, bei Weitem nicht. Eher deshalb, weil immer wieder mehrstimmig einzelne Passagen unterstützt werden und auch eine durchweg melodische und eher nachdenklich wirkende Passage (man muss alles relativ sehen, was hier dazu zählt, werde für eine andere Band schon wieder hohes Tempo), was im Lied eine spezielle Atmosphäre aufbaut.
Nach erstmaligem Hören von “Breathing in the wrath” hatten sich zwei Dinge im Gedächtnis schon fast "festgekrallt": das im Hintergrund, und trotzdem aufdringliche, Ballern der Gitarre, sowie ein wenig entartet klingende und eher selten auftretende Streicherklänge. Bei Erneutem Hören fällt die, durch entweder elektronisch oder klassisch aufgelockerte Gesamtstruktur des Songes auf, der den unterschiedlichen Klang des Gesanges seht gut zu stützen vermag.
Wesentlich mehr nach vorne drängend geht es mit “This time nothing is sacred” weiter, dessen Klang durch ein immer wieder auftauchendes Keyboardspiel eine interessante Komponente beinhaltet und mit den Streicherklängen schöne melodische Akzente setzen kann. Alles in allem ein durchweg gelungenes Lied, das wieder einmal die Vielfältigkeit des BLEEDING THROUGH Klanges aufzeigen kann und trotz teils harter Übergänge nie den Fluss verliert.
“Divide the armies” fängt mit einem reinen Gitarrenintro an, nur um darauf dann recht bald zur vollen Bandbreite an Klang anzuschwellen und den rauen und kraftvollen Gesang zu unterstützen. Dieser Gesang verliert jedoch immer wieder an Tiefe und Ausdruckskraft, jedoch wird dieser kleine Minuspunkt von dem überzeugenden und zeitweilig ablenkendem klang der Gitarren sehr gut kaschiert. Als Gesamtwerk betrachtet, so kann der Song in meinen Ohren zwar nicht mit den bisher gehörten Liedern mithalten, passt aber dennoch klanglich ins sehr gute Mittelfeld, da es durch die verschiedenen Gesangsarten sehr gut gelingt, ein abwechslungsreichen Klang zu kreieren und die Gitarrenpassagen von hoher Qualität zeugen...
Als nächstes ist mit “Drag me to the ocean” ein Song an der Reihe, dessen Beginn zunächst an den klang einer Sirene erinnert (auch wenn es keine ist), dann in einem klanglichen Chaos aus voller instrumentaler Kraft und dem Gesang übergeht. Der Song ist klanglich durchweg gewöhnungsbedürftig, jedoch klart sich der Wulst an Musik auf und verwandelt sich in ein musikalisch dichtes Werk, das nach anfänglichen Begeisterungs-Schwierigkeiten noch überzeugen kann!
“Light my eyes” beginnt mit einem eher psychodelischen und ruhigen Teil, was jedoch sehr schnell in den mehr oder weniger typisch flotten und überzeugenden (weitgehend harmonischen) Klang überwechselt, auch wenn das allgemeine Tempo des Songs durchaus als eher gedrosselt bezeichnet werden kann. Die immer wieder eingefügten Instrumentalpassagen (erneut leicht unterstützt von klassischen Instrumenten) schließen sich an den Klang des Beginns an, und führen somit eine Art roten Faden durch den gesanglich ausdruckstarken und vielseitigen Song.
Von wegen etwas verlangsamen - “Slow your roll” überrollt einen nicht nur musikalisch gesehen, sondern auch gesanglich – und im Zusammenspiel ist der Song so oder so unaufhaltsam. Das wirklich sehr gute Zusammenspielt von musikalischen Aspekten, die den Gesang bestmöglich unterstützen. Immer wiederkehrende Elemente verstärken die Aussage des Liedes und bleiben im Gedächtnis hängen, da sie bei Weitem nicht alltäglich sind und das Stück bis zur letzten Sekunde abwechslungsreich halten.
“Distortion, Devotion” setzt den Schlusspunkt: verzerrter Gitarrenklang füllt mehr als nur die erste Minute, bis dann endlich auch die restlichen Instrumente einsetzen und ein doch wesentlich abwechslungsreicheres und harmonischeres Gesamtbild abzugeben wissen als das Gitarrenspiel zu Beginn des Songs. Der Übergang von Instrumentalem zu dem Part mit Gesang wirkt abgehackt; dieser Eindruck geht aber dann recht schnell im ausdrucksstarken und mitreißenden Gesang unter. Gesanglich, wie schon erwähnt, sehr überzeugend, und auch die eingeschobenen „sanfteren“ Gesangspassagen passen sehr gut in das Gesamtbild des Liedes. Alles in allem repräsentiert dieser letzte Song die Bandbreite an Klang, die man über das ganze Album verteilt auf schnappen und genießen konnte- quasi ein kleiner Rückblick auf die anderen 11 Lieder, wenn auch immer noch selbstständig und einzigartig.
Tracklist
1. A resurrection
2. Anti-Hero
3. Your abandonment
4. Fifteen minutes
5. Salvation never found
6. Breathing in the wrath
7. This time nothing is sacred
8. Divide the armies
9. Drag me to the ocean
10. Light my eyes
11. Slow your roll
12. Distortion, Devotion






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