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Lustdriven
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CD Rezension

Artist / Band KIUAS
Release Date 31. 03. 2010
Homepage http://www.kiuas.net
Label Spinefarm Records
Label URL http://www.spinefarm.fi

Die fünf Power Metaler aus Finnland von KIUAS veröffentlichen bald ihr nunmehr viertes Album, man darf gespannt sein, ob auch dieses Album ordentlich einheizt, passend zum Bandnamen, der auf Deutsch so viel heißt wie „Saunaofen“.


Begonnen wird mit „Kiuassault“, das von der ersten Sekunde an dynamisch wirkt. Nach kurzem, aber temporeichem Gitarrenintro gewinnt das Stück ein wenig an Ruhe, aber nur Bruchstücke von Sekunden später geht es rasant weiter wie zu Beginn des Stückes. Getragen wird  „Kiuassault“ vor allem durch seine eingängigen, voranpreschenden Gitarrenriffs sowie dem mehrstimmig gesungenen Passagen.

 

Anschließend folgt „Cry Little Angel”, ein ebenfalls sehr schnell gehaltenes und gitarrenlastiges Stück. Jedoch wird der Gesang des Sängers Ilja Jalkanen variantenreicher, so wagt er sich in diesem Stück auch an leichtere Screams. Innerhalb des Refrains entsteht wird mehrstimmig gearbeitet, es entsteht der Eindruck eines Echos, da die gesangliche Begleitung Ilja Jalkanens seinen Text wiederholt, so dass es hymnenartigen Charakter erhält.

 

Mit „Of Lust, Love and Human Nature” ist Kiuas eines ihrer variantenreichsten Lieder geglückt. Nach ruhigen, aber dennoch einprägsamen Beginn, wird die Stimmung erst mal durch wohl arrangiertes Keyboardspiel aufgelockert, um dann mit Gitarrenriffs und dunklem Flüstergesang aufzuwarten. Der Refrain wiederum wird in voller Lautstärke gesungen und durch symphonische Elemente begleitet.

 

„Aftermath” ist gleich von mehreren Genres beeinflusst. Dynamisch und dunkel wird begonnen, in Melodic Death Metal Manier, anschließend folgen Passagen, die eher an Trash-Metal erinnern. Ab Mitte des Liedes kommt es zu einem Bruch und darauffolgendes erinnert stark an CHILDREN OF BODOM, aber auch nur kurzzeitig, sodass kein Eindruck entsteht, hier habe man es mit einer Kopie zu tun, sondern vielmehr mit einem druckvollen, durchkomponierten Stück, in dem die Finnen beweisen, dass sie ihren ganz eigenen Stil entwickelt haben, aber nie die Balance zwischen den Elementen der verschiedenen Genre verlieren.

 

Akustisch wird die Ballade „Lights Are Many” eingeleitet, das akustische Arrangement verliert sich lediglich textlich sehr markanten Refrain, in dem mit E-Bass und E-Gitarren gearbeitet wird. Besonders hervorstechend ist ein längeres Keyboardspiel, das dem Lied noch zusätzliche Ausdruckskraft und eine besondere Note verleiht.

 

Orchestral beginnt „The Visionary”, die allerdings während des ganzen Stückes nicht wirklich überzeugen kann, obwohl auch diese kompositional und technisch auf hohem Niveau ist. Mir fehlt allerdings „das gewisse Etwas“, ein Urteil muss sich jedoch jeder selber bilden, Musik ist ja bekanntlich Geschmackssache.

 

„Heart and Will” ist vor allem im Geschwindigkeitsbereich sehr abwechslungsreich und variiert nahtlos zwischen Mid-Tempo und schnellen, galoppierenden Parts. Auch in diesem Lied ist an der gesanglichen Leistung nichts anzumerken, Ilja Jalkanen besitzt eine versierte Stimme, vielseitig einsetzbar und vor allem mit Wiedererkennungsfaktor. Anzumerken ist noch, dass vor allem in diesem Stück die Gitarren besonders opulent rüberkommen und richtig schön variabel agieren.

 

 „The Quickening” beginnt ruhig, mit langsam gespieltem Keyboard, dies ist jedoch nur die Ruhe vor dem Sturm, anschließend wird wieder mit elektrischen Gitarrenriffs aufgewartet, so dass vor allem der Refrain druckvoll rüberkommt, dennoch verliert sich das Keyboard als roter Faden des Liedes nie. Ein wohl komponiertes Gesamtbild entsteht, mit Abstand mein Favorit.

 

Der vorletzte Track „Summer's End” ist ganz im Zeichen der Akustik gehalten, keine elektrischen Elemente werden genutzt. Sänger und Begleitung ergänzen sich perfekt. Gegen Ende verliert das Lied jedoch an Dynamik und der Gesamteindruck des Liedes wird leicht gestört durch mehrstimmigen Gesang.

 

Zum Schluss noch „Winter's Sting“ (man könnte meinen zum Schluss haben sich Finnen auf Jahreszeiten spezialisiert). Auch hier wieder ein fulminantes Kompositionswerk, das noch einmal durch Erfindungs- und Abwechslungsreichtum überzeugen kann. Ein gelungener Abschluss des Albums, neben „The Quickening” und „Heart and Will” einer meiner Favoriten.

 

 

Tracklist

01. Kiuassault

02. Cry Little Angel

03. Of Lust, Love and Human Nature

04. Aftermath

05. Lights Are Many

06. The Visionary

07. Heart and Will

08. The Quickening

09. Summer's End

10. Winter's Sting

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Alles in allem ein überzeugendes und gelungenes Album von KIUAS, die wieder einmal bewiesen haben, dass sie sich von „normalem“ Power-Metal abheben können, durch Kombination mehrerer Genre, die sie jedoch nicht zu einem wilden Genremix ausarten lassen.
Einziger Kritikpunkt: gegen Ende scheinen wohl die Ideen ausgegangen zu sein, zumindest erscheint es nicht mehr ganz so abwechslungsreich wie zu Beginn.

 
 
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