Mit einer Reunion, bestehend aus der Besetzung Stephen Pearcy (Gesang), Warren DeMartini und John Corabi (Gitarren), Robbie Crane (Bass) und Bobby Blotzer (Schlagzeug), melden sich „Ratt“, einer der bekanntesten und erfolgreichsten L.A. Glam Metal Bands der 80-er Jahre neben „Mötley Crüe“, zurück.
Die Frage, ob die Band an ihre früheren Erfolge anknüpfen konnte oder ob, wie bei so manchen Reunions zuvor ein Comeback eher eine Enttäuschung war, stellt sich somit unmittelbar.
Mit „Eat Me Up Alive” wird direkt rasant ins Album gestartet – die Riffs sind packend, mitreißend und durch und durch einprägsam, Pearcys Stimme erstaunlich rau, tragender Schlagzeugbeat – ein Lied, dass durch und durch rockt, nur weniger Glam bietet als erwartet. Also doch kein Anknüpfen an die alten Zeiten?
„Best of Me“ weißt hingegen wieder etwas mehr von alter Glam Metal Größe auf, auch wenn es mir so vorkam, als ob bedingt durch den fulminanten Start mit „Eat Me Up Alive”, ein recht starker Niveauabfall zu beklagen war. Nach mehreren, gesonderten Anhören, zerschlug sich dieser Eindruck jedoch wieder, da auch hier ein lupenreines Stück vorliegt.
„A Little Too Much” startet stark gitarrenlastig, mit technischen Verspieltheiten, aber auch klar strukturierten Leadparts. Sänger Pearcy geht mit soviel Elan an die Sache ran, dass man denken könnte, er wäre gar nicht gealtert. Dieser Eindruck bestätigt sich im Laufe des Liedes für die ganze Band.
„Look Out Below” erinnert wieder mehr an vergangene Zeiten, ohne jedoch verstaubt und „antik“ zu wirken, auch hier wieder ein abwechslungsreich gestalteter Song, der vor Spielfreude nur so strotzt. Besonders markant hier, der einprägsame Refrain, der haften bleibt.
Weiter geht’s mit „Last Call”, der um es vorwegzunehmen einer meiner Favoriten darstellte. Gradlinige, temporeiche Melodie, aufgelockert durch langsamere Mid-Tempophasen, ohne jedoch sein Muster zu verlieren. Ebenfalls gut gelungen ist diesmal das Gitarrensolo von John Corabi. Wenn man eigentlich schon denkt, das Lied wäre vorbei, wird man noch einmal durch den Gitarrenriff, der einen das ganze Lied über packte, hinausgetragen.
Und weitergeleitet zu „Lost Weekend”, wo mir leider die Abwechslung fehlte sowie eine klare Abhebung von den vorangehenden Liedern - irgendwie kam einem alles schon leicht bekannt vor. Alleinstehend kein schlechtes Lied, aber im Gesamtkonzept des Albums allenfalls mittelmäßig und schon dagewesen.
„As Good as it Gets” wird etwas ruhiger und vor allem langsamer eröffnet als alle vorangegangen Lieder dieses Albums. Einziger Kritikpunkt: die Stimme des Sängers geht etwas unter und wenn nicht, klingt sie überstrapaziert und leicht heiser, sodass sie leider nicht mit der übrigen Instrumentalisierung harmoniert.
„Garden of Eden” erinnert mich gesanglich an VAN HALEN. Bezüglich der Melodie und des Rhythmus, wird hier jedoch sehr überzeugend und vor allem, endlich auch einmal innerhalb eines Liedes, variantenreich vorgegangen, gekrönt von einem schön arrangierten Gitarrensolo gegen Ende des Songs.
Schwerer wird „Take a Big Bite” eingeleitet, jedoch vergeht dieser Eindruck schon nach wenigen Minuten Spielzeit und es wird wieder typisch Glam Metal.
Völlig überrascht hat mich hingegen „Take Me Home“. Ruhig, einfühlsam, balladenhaft ist dieses Lied gehalten, im völligen Kontrast zu den vorangegangenen eher rasanten und z.T. schwerlastigen Liedern. Allerdings fügen sich hier Melodie, Gesang und Textinhalt so gut zusammen, dass ich keine Kritik am Stück selber üben kann.
Zuletzt noch „Don't Let Go”, eingeleitet durch ein kleines und kurzes Schlagzeugarrangement. Noch einmal ein richtiger Kracher, wenn auch nicht so durch und durch überzeugend wie der Opener, so doch wesentlich näher am Glam Metal. Überzeugend durch eingängige Bridge und intensivem Refrain – ein gelungener Abschluss.
Tracklist
01. Eat Me Up Alive
02. Best of Me
03. A Little Too Much
04. Look Out Below
05. Last Call
06. Lost Weekend
07. As Good as it Gets
08. Garden of Eden
09. Take a Big Bite
10. Take Me Home
11. Don't Let Go






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