Die niederländische Band HEIDEVOLK singt meist über die Geschichte und Kultur der niederländischen Provinz Gelderland und die germanische Mythologie. Und, nein, es ist nicht überraschend: sie singen auf Niederländisch, und zwar nur auf dieser Sprache. Wie das auf den Hörer wirkt, erfahrt ihr hier!
Zwei wirklich flotte Lieder eröffnen das Album - „Nehalennia“ und „Ostara“ haben schon fast „Mitgröhl-Charakter“ und sind ein gelungener Einstieg in das Album. Gesanglich eine grundsolide Leistung, die aber trotz der Zweistimmigkeit nichts wirklich Besonderes ist, aber im Gedächtnis bleibt und eingängig wirkt. Die musikalische Untermalung ist standesgemäß und passt sich nicht nur dem Gesang an, sondern schafft es auch in Instrumentalpassagen einen abwechslungsreichen Eindruck zu hinterlassen.
Mit „Vlammenzee“ wird es noch einmal ein bisschen rockiger und flotter – eigentlich sollte der Gesang immer im Vordergrund stehen, hier aber scheinen Drums und Gitarre oftmals die gesangliche Leistung in der Hintergrund zu drängen. Ansonsten ist ein runder Song entstanden, der durch Ausdrucksstärke und Spielfreude nur so strotzt.
Nicht ganz so schnell wie sein Vorgänger und Nachfolger geht es in „Gelders Lied“ zu, in dem der Gesang weitgehend tief gehalten wird und mir der Schlagzeugklang teils etwas zu blechern klingt. Ales Ganzes betrachtet ist es ein solides Stück, das weder richtig enttäuscht, noch überzeugen kann.
„Dondergod“ beginnt kurzzeitig ruhig, nur um dann mit umso größerer Wucht richtig nach vorne zu preschen und den Höher mitzureißen. Ein stampfender Rhythmus und klarer, sowie ausdrucksstarker Gesang machen das Lied hörenswert und live sicherlich zu einem begeisterungsfähigen Stück, auch wenn er teils ein wenig abgehackt klingt.
Mit ununtermaltem zweistimmigem Gesang beginnt „Reuzenmacht“, bis dann die Untermalung von einer auf die andere Sekunde einsetzt. Schade, ein bisschen mehr Gesang pur, wäre sicherlich auch sehr hörendwert gewesen, da dort zum ersten Mal das volle Ausmaß an tollen stimmlichem Klang offenbart wurde. Trotzdem ist der Song im Großen und Ganzen gesehen ein überzeugendes Stück, das abwechslungsreich und doch in sich stimmig präsentiert wird.
„Alvermans Wraak“ hat für mich den typischen Kling dieser Musikrichtung inne. Für mich zumindest verbreitet es gute Laune und würde sich hervorragend für lauschiges Beisammensitzen um ein Feuer herum eignen – zumindest solange, bis die elektronischen Instrumente einsetzen und das Instrumentalstück (mit nur gelegentlichem passenden Gesang a la „hei“ und „lalalala“ und „leileilei“) immer mal wieder mit lauten Gitarren zu einem Rocksong verarbeiten zu versuchen. Alles in Allem muss ich sagen, dass man die wirklich lauten und mitreißenden Parts hätte weglassen können, denn diese haben nur die aufgebaute Atmosphäre zerstört.
Wieder lauter und weniger melodiös geht es mit „Karel Van Egmond“ und „Levenlots“ weiter. Beide Songs dürften besonders live gespielt extremst mitreißend sein (auf Grund des Rhythmus). Gesanglich gibt es nicht viel zu kritisieren, die beiden Gesangsstimmen harmonieren recht gut zusammen und können weitgehend auch die laute instrumentale Untermalung in den Hintergrund verweisen.
Ein wirklich sehr schönes Stück ist ihnen mit „Deemstering“ gelungen. Komplett instrumental gehalten wurde es, und strahlt eine Melancholie und Verträumtheit aus, die einen in den Bann zieht und in eine andere Welt entführen kann. Wunderschön anzuhören!
Mit „Beest Bij Nacht“ wird ein letztes Mal flott und rockig und damit ist der Band ein wirklich guter Rauswerfer gelungen, da nicht nur der Gesang überzeugen kann, sondern auch die musikalische Untermalung sehr abwechslungsreich ist und mir noch nach dem Hören im Gedächtnis geblieben war.
Tracklist
1. Nehalennia
2. Ostara
3. Vlammenzee
4. Gelders Lied
5. Dondergod
6. Reuzenmacht
7. Alvermans Wraak
8. Karel Van Egmond
9. Levenlots
10. Deemstering
11. Beest Bij Nacht






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