36 CRAZYFISTS blicken mittlerweile schon auf eine 16jährige Karriere zurück, mit einem tragischen Verlust ihres Bassisten JD Stuart, der 1996 bei einem Autounfall tödlich verunglückte. Sie veröffentlichten bis jetzt vier Alben bei drei verschiedenen Labels, so dass es einem in diesem „Wirr War“ und Schicksalsschlägen beinah wundert wie die Band dennoch gute Musik produzieren konnte.
Ob ihnen das auch mit ihrem neuen Album „Collisions and Castaways“ gelungen ist? Hier mein Eindruck!
Ruhig und melodisch beginnt das Lied „In the Midnights“. Allerdings nimmt das Lied nach ca. eineinhalb Minuten an Fahrt auf und stark treibendes Schlagzeugspiel setzt ein. Die Instrumentalisierung wird begleitet von starken Growls bzw. innerhalb des Refrains mit klarem, aber nicht minder ausdrucksstarken Gesang, so dass vor allem der Refrain schnell im Gehörgang haften bleibt und Wiedererkennungspotenzial erhält.
Bei „Trenches“ fehlt einem dieses Wiedererkennungspotenzial allerdings. Insgesamt wirkt der Song etwas konfus auf mich und bereitete mir teilweise mehr Kopfschmerzen als Musikgenuss. Dennoch handelt es sich hier um ein passables Lied, dem allerdings das gewisse Etwas fehlt.
„Whitewater“ trägt von Anfang an eine deutlich aggressivere und temporeichere Note. Die Gitarrenriffs treiben das Lied voran und das Schlagzeugspiel tut das Übrige, um die aggressive Grundstimmung des Liedes zusätzlich zu untermalen. Auch hier harmonisieren Gesang und Instrumentalisierung perfekt.
„Mercy and Grace“ stellt, um es vorweg zu nehmen, einer meiner Favoriten des Albums da, da es insgesamt in der Songstruktur noch etwas abwechslungsreicher und kreativer wirkt als die beiden vorangegangen Stücke und vor Spielfreude nur so strotzt.
Ebenfalls positiv überrascht wurde ich dagegen von „Anchors“ – hier gelingt der Band trotz der Länge des Liedes ein Stück, das zu keiner Zeit langweilt und eine enorm starke, leicht melancholische Atmosphäre hervorbringt. Auch hier von mir ein klarer Anspieltipp. Beteiligt an der gesanglichen Leistung waren auch die Gastsänger Adam Jackson (12 TRIBES) und Raithon Clay (PLANS TO MAKE PERFECT).
„Death renames the light“ dagegen wirkt zu Beginn etwas unstrukturiert und allenfalls durchschnittlich im Vergleich zu anderen Liedern dieser CD. Instrumentalisierung und Gesang passen weniger zusammen. Zwar kein schlechtes Lied, aber dennoch konnte es mich leider verglichen mit den anderen Liedern wenig überzeugen.
Dann folgte „Waterhaul II“, das zunächst mit einem relativ langen und ausführlichen Intro überrascht, so dass man schon beinah denken könne, man habe es mit einem rein instrumentalen Stück zu tun. Dem ist aber nicht so, überwiegend ist es zwar instrumental gehalten, aber der vereinzelte Gesang verleiht dem Stück noch einmal seine zusätzliche Würze, auch wenn es als rein instrumentales Musikstück auch vollauf überzeugen könnte.
Noch einmal frischen Wind bringt „Reviver“ mit sich, das insgesamt wieder spritziger und abwechslungsreicher wirkt als z.B. „Death renames the light“. Gut gelungen ist auch der Tempoabfall gegen Ende des Liedes, so dass man kurzzeitig das bis hergehörte passieren lassen konnte und vollauf begeistern auf das noch Kommende freuen konnte.
„Long road to the late nights“ bringt mit schönem, harmonischem Gitarrenriffs bzw. -pickings und langsamen Schlagzeugspiel eine gemächliche, ruhe und instrumentale „Ruhepause“ mit sich, bevor es wieder mit gewohnt aggressiver und temporeicher Spielweise weitergeht.
Mit schwerem, dunklem und langsamem Gitarrenspiel wird in „The deserter“ gestartet. Das bleibt jedoch nicht lange so, sondern wird immer wieder durch schnellere, sehr markante Riffs ergänzt. Besonders gut gelungen ist das Gitarrensolo gegen Ende des Liedes. Auch hier wurde noch einmal auf einen Gastsänger zurückgegriffen, nämlich auf Brandon Davis (ACROSS THE SUN).
Zuletzt noch „Craving in spirals“ wartet hingegen mal ganz ungewohnt mit ausschließlich klarem Gesang auf, dadurch bringt sich noch einmal eine ganz neue Note auf das Album ein und macht es so etwas experimentierfreudiger und variantenreicher.
Tracklist
01. In the Midnights
02. Trenches
03. Whitewater
04. Mercy and Grace
05. Anchors
06. Death Renames the Light
07. Waterhaul II
08. Reviver
09. Long Roads to Late Nights
10. The Deserter
11. Caving in Spirals






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