Man liest immer wieder, dass das Album eine unheimlich große Vielfalt mit sich bringt und voller Facetten ist; man liest, dass es anders sei, als seine Vorgänger – ob dem so ist, lest ihr hier!
"Wake up” – aufwecken muss der Song den Hörer zwar nicht, aber er stimmt ihn sicherlich gut auf die 15 kommenden Lieder ein, auch wenn dem Lied dazu ein wenig Schwung fehlt um eine wirklich große Vorfreude zu erzeugen.
“Dance until we die” dürften Einige schon von den Live-Shows der Band kennen, denn sie haben es zu genüge live präsentiert und mit Steve´s Gesang und Rap-Einlagen das Publikum gehörig irritiert und dann begeistert. Ich persönlich finde den Song etwas überbearbeitet und bevorzuge „simplere“ Live-Version, auch wenn trotz alledem hier der Fluss nicht verloren geht (der Song nur unnötig unübersichtig wirkt) und der Song dank der Melodie im Gedächtnis bleibt.
Simpler gestrickt aber mit nicht weniger Charme findet man “Jabberwocky” auf der Scheibe. Merkwürdig und auf eine Art und Weise fesselnd hat sich die Band hier Lewis Caroll´s gleichnamigen Gedicht inspirieren lassen und es dann „weiterverarbeitet“.
“Saltatio Vita” erinnert mich persönlich leider an ein schon existierendes Stück von OMNIA und kann mich daher nur sehr eingeschränkt begeistern, auch wenn es sich sehr flott und frisch präsentiert.
Mit “Teachers” betreten OMNIA Neuland: und zwar dies, des Covers. Das Original stammt von Leonard Cohen und nur das Arrangement wurde geändert. Ein melnacholischer und traurig klingender Song ist dabei herausgekommen, der zumindest mich zum Nachdenken gebracht hat – überzeugend der Gesang von Steve und Jenny, die beide mit Kraft und Wandelbarkeit in der Stimme ihre Part zum Besten geben.
Weiter geht es mit “Love in the Forest” – schon alleine der Titel hat mich zum Schmunzeln gebracht, und die Lyrics haben das nur noch verstärkt. Gesanglich keine außerordentliche Leistung und auch musikalisch nicht ganz so extravagant, aber der sehr einprägsame und ehrliche Text machen das Stück hörenswert.
“Toys in the Attic” wirkt auf mich recht skurril und durchweg einzigartig. Gesanglich ergibt der Gesang von Jenny und Steve einen schönen Kontrast, der auch auf Grund der Gesangsart eine interessante Atmosphäre kreiert . Musikalisch ist die Klaviermelodie sehr einprägsam und frisst sich schon fast im Gedächtnis fest.
Der Titel “Shamaniac” dürfte wohl den Klang des Liedes perfekt beschreiben, denn es bleibt durchweg mythisch und erinnert durchaus an alte shamanische Gesänge – aber auch wenn das Lied nicht sonderlich lang ist, scheint es sich endlos in die Länge zu ziehen…
Bei “Solfeggio (Guess who´s Bach)” zeigt Jenny ihr Klavierspiel einmal unverfälscht und pur, eine nette und angenehme Abwechslung zu dem Rest des Albums.
Daran schließt sich “Wheel of Time” sehr gut an, nämlich auch mit Klavierspiel, das einen durch das Lied führt. Jenny´s Gesang ist leicht und doch voll und ausdrucksstark zugleich und harmoniert sehr schön mit der Musik und auch Steve´s Passagen passen in den Song. Alles in allem ist ihnen hier ein wirklich schön melancholisches Stück gelungen.
“Sister Sunshine” schlägt hingegen in eine komplett andere Kerbe – eher hipp und spritzig präsentiert sich diese Ballade, die einen irgendwie an Country-Musik erinnern kann, gute Laune verbreitet und einen zum Tagträumen verleitet.
Bei weitem nicht fröhlich kommt “Taranis Jupiter” her – aggressiv und laut wirkt er, passend dazu, dass der Song den verschiedenen Personifikationen und Aspekten des Himmelsgottes gewidmet ist. Steve´s Stimme wirkt voller Überzeugung und Wille und schafft es dadurch der aufdringlichen Untermalung weitgehend zu trotzen.
Während mich “Moon” durchaus für sich gewinnen konnte, dank des vielfältigen, abwechslungsreichen und mystischen Klang (und der raren Gesangszeiten), so erschien mir “Wolf Song” im Anschluss leider umso schwächer, da keine wirkliche Stimmung vermittelt werden konnte.
Als eines von Steve´s Lieblingsthemen dürfte sicherlich “Cornwall” bezeichnen lassen, und dem entsprechend voller Herz und Ausdrucksstärke präsentiert er diesen Song, gemixt mit einer guten Portion Melancholie. Steve´s Gesang harmoniert auch sehr gut mit Jenny´s Tonlage und daher ist ihr Gesang eine wirkliche Bereicherung für den Song.
Den Schluss macht das sehr atmosphärische “Sing for Love”, das zwar einen melancholischen Nachgeschmack hinterlässt, aber das Album in guter Erinnerungen bleiben lässt. Melodiös, grazil und doch kraftvoll wirkt die Kombination aus Musik und Gesang. Während Steve eher die gesprochenen, tieferen Passagen übernimmt, ist es weitgehend Jenny´s Aufgabe die Melodie gesanglich zu begleiten, was auch sehr gut funktioniert und wirkt.
Trackliste:
1. Wake up
2. Dance until we die
3. Jabberwocky
4. Saltatio Vita
5. Teachers
6. Love in the Forest
7. Toys in the Attic
8. Shamaniac
9. Solfeggio (Guess who´s Bach)
10. Wheel of Time
11. Sister Sunshine
12. Taranis Jupiter
13. Moon
14. Wolf Song
15. Cornwall
16. Sing for Love
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