Wenn man an Tommy Lee denkt, dann kommt einem Mötley Crüe in den Sinn und vielleicht seine nicht ganz so saubere Vergangenheit. Er ist halt ein Bad Boy des Rock.
Zumindest kommt es einem so vor. Jetzt beweist er der Welt das komplette Gegenteil. Die neueste CD aus dem Hause Lee ist ein erfrischender Mix aus Dance und Rock. Ein Album, was sehr viele Überraschungen bereit hält…
Dieses Album ist etwas komplett Neues, zumindest was seine Entstehung betrifft. „A Public Disservice Announcement“ wurde nicht von den gleichen Künstlern in einem einzigen Studio aufgenommen, viel mehr wurde es überall auf der Welt bearbeit – nicht nur von Tommy und seinem Team.
Die Grundbausteine der Songs wurden von Tommy Lee, Scott Humphrey und J3 aufgenommen und dann ins Netz gestellt. Jeder konnte dann mit den Songs arbeiten und sie nach seinen Vorstellungen verändern. Von Oktober 2009 bis Februar 2010 konnte man dies tun und dann seine Lieder hochladen. Am Ende waren es über 10.000 Beiträge. Die besten sind auf die CD gekommen… Hier erhaltet ihr einen kleinen Einblick darüber was euch erwartet…
Los geht es mit dem sehr charismatischen „Drunk Uncle Pete“. Dieser Song macht von der ersten Sekunde an Spaß, nicht zuletzt wegen dem bissigem Text. Mit leichten Anleihen an elektronische Musik ist das Lied sehr rockig. Schön sind auch die kindlichen Hintergrundgesänge, die dem Song etwas Naives geben. Die schrägen Gitarren und der zeitweise unsaubere Stil des Liedes passen sehr gut zum Text und man kann sich Pete fast schon vorstellen, wie er durch die Gegend taumelt. Ebenfalls sehr geschickt in den Song eingepaßt sind die gesprochenen Kommentare wie „Oh no, not again!“ am Anfang. Denkt man mehr über den Text nach, so bekommt das Lied einen leicht bitteren Nachgeschmack, denn das Thema ist durchaus ernst, auch wenn es in so einer ansprechenden Weise präsentiert wird.
„Time Bomb“ ist wesentlich ruhiger und wirkt nachdenklicher als der aufgedrehte Opener. Dieses Lied ist die erste Singleauskopplung des Albums. Hier wechseln sich gedämpfter Gesang mit Klargesang ab. Der gedämpfte Gesangspart wirkt nachdenklich und fragend, während der Klargesang zwar nicht mit Antworten allerdings mit einer Einsicht daher kommt. Für die schönen Klänge sorgen hier vor allem Gitarre, Bass und Schlagzeug.
Weiter geht’s mit „Louder“. Hier bekommt man einen leicht elektronischen, zarten Rocksong vorgesetzt, der langsam aber kontinuierlich an Fahrt aufnimmt. Am Ende ist der Gesang sehr eindringlich und wird von einer deutlich aggressiveren Melodie untermalt. Nur um in den letzten paar Sekunden von einem Klavier abgelöst zu werden.
Nach all der Ruhe braucht man wieder etwas Handfesteres. Das wird mit „Fight Club“ auch geliefert. Der Titel ist Programm, der Text wird geshoutet bis auf wenige Ausnahmen. Anfangs hört man sogar einen leisen Gong im Hintergrund. Es ist ein Titel mit wenigen neuen Ideen, möchte man meinen… aber das ist definitiv zu früh gerichtet. Etwa nach 2 Minuten setzt Rap ein, welcher überwiegend mit Bongos unterstützt wird. Danach wird man mit elektronisch verzehrtem Gesang zurück in die Routine des Songs geworfen.
Bei „Blame“ kann man sich erst einmal von diesem musikalischen Adrenalinschub erholen. Mit Akustikgitarre und Keyboard bewaffnet geht es hier weiter. Das Lied ist eine Entschuldigung an eine Geliebte, ein Thema was wir schon zu genüge kennen. Ein Thema, was gefühlt schon jede Band besungen hat. Trotzdem ist es sehr liebevoll gesungen und gespielt. Die Verzweiflung und die Reue wirken echt, trotz oder gerade wegen der Klanggewaltigkeit die das Lied an einigen Stellen zeigt.
Mit „Two Ways“ schmeißen unsere experimentierwütigen Künstler nicht nur schiefe Klänge und Rock in einen Mixer, es wird auch noch ein wenig Soul dazu gegeben. Zu schrägen Gitarren und einem sehr lauten Schlagzeug kommt eine weibliche Soulstimme. Im Duett wird hier durch das Lied geführt. Ein sehr gelungenes Lied und definitiv eines meiner Lieblinge.
„Talk Me Off To The Edge” ist ein verrückter Rocksong mit arabischen Klängen. Mit seinen leicht elektronischen Anleihen wirkt der Song an einigen Stellen ziemlich schräg. Passend dazu ist der verzerrte Gesang, der leider nicht immer gut verständlich ist. Dennoch ist es ein super Lied, das Lust auf mehr macht.
Elektronisch und mit gehauchtem Gesang fängt „Only One“ an, nur um dann richtig loszulegen. Der Gesang bleibt noch kurz bedächtig und steht im Gegensatz zu den dominanten Gitarren. Dann hebt der Sänger die Stimme und versucht mit den Instrumenten mitzuhalten. Leider gelingt ihm das nicht immer.
„All I Wanna Do“ ist ein Dance-Song. Es erinnert ein wenig an Ace Of Bases “All She Wants”. Dieser Eindruck verschwindet allerdings sobald die arabischen Rhytmen rausgebracht werden. Auch das Scratchen bringt Abwechslung. Es ist ein schräger Mix aus neunziger Jahre Pop und Dancemusik, wer es schafft sich darauf einzulassen wird sein Spaß mit dem Lied haben.
Der nächste Song sollte ganz anders werden, als er hier zu hören ist. „Back To Before“ war als Rocksong gedacht und endete als Dancetrack. Hier hat sich ein Franzose hingesetzt und es praktisch komplett neu editiert. Diese Version hat Tommy Lee extrem beeindruckt und mich ebenfalls. Obwohl auch hier auf Altbewährtes zurückgegriffen wird, ist das Ergebnis einfach nur toll.
Der folgt wohl seltsamste Titel des kompletten Albums – „Party Instructions“. Es ist im Grunde kein richtiges Lied, sondern eher eine Anleitung wie man eine Party feiern soll… oder vielleicht auch nicht? Unterlegt mit rein elektronischen Klängen klärt es über die 3 wichtigsten Schritte auf einer Party auf.
Tracklist
1. Drunk Uncle Pete
2. Time Bomb
3. Louder
4. Fight Song
5. Blame
6. Two Ways
7. Talk Me Off To The Edge
8. Only One
9. All I Wanna Do
10. Back To Before
11. Party Instructions






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