Das neue Album „Heritage“ von OPETH ist da. Das erste was einem ins Auge springt ist das doch recht ausgefallen gestalte Cover, indem viel mit Symbolik gespielt wird.
Ob OPETH nicht nur ein kreatives Cover, sondern auch musikalische Kreativität mit ihrem neuen Album zu bieten haben – lest hier!
Besinnlich und ruhig beginnt das Album. Der Song „Heritage” ist ein rein instrumental gehaltenes Intro, das durch ein melodisches Klavierspiel besticht, das ohne große Kunstgriffe anzuwenden eine beklemmende, packende Atmosphäre kreieren kann.
Schluss mit ruhig und besinnlich ist dann bei „The Devil's Orchard“. Der Song beginnt recht druckvoll mit Gitarrenintro und Trommelwirbel. Eine stark progressive Note erwartet einen, die gerade zu Beginn schon fast Jazz geprägt wirkt. Der nicht allzu häufige Gesang des Sängers Mikael Åkerfeldt findet sich hier nur in klarer Form ohne Growls wieder, zaubert aber eine tragende Atmosphäre.
Mit akustischem, sehr einprägsamem Gitarrenspiel und warmem Gesang beginnt „I Feel The Dark“. Insgesamt eher in einem langsamen Tempo gehalten finden sich ziemlich mittig des Liedes auch schnellere Passagen, die das Lied auflockern und einen vom vor sich hin dösen abhält. Insgesamt ist die recht hohe Spielzeit trotzdem etwas anstrengend, da der Song an manchen Strecken etwas schleppend wirkt.
Vitaler und mit teils etwas abgedrehten Rhythmen wartet „Slither“ auf. Dieser Song erinnert durch fast nichts an den OPETH - Sound der früheren Alben, wirkt jedoch deswegen nicht weniger gut. Im Gegenteil der Song wirkt erfrischend neu und unverbraucht.
„Nepenthe” schließt an den etwas monotonen und schleppenden Charakter von „I Feel The Dark“ an, nur das hier ein wenig mehr experimentiert wird. Nach über dreiminütiger Spielzeit fliegt einem dann ein sehr kurzlebiges instrumentales Feuerwerk um die Ohren, um dann nach kurzer Zeit wieder zu verebben und zu seinem gewohnten Muster zurück zukehren. Wer hier nach Metal-Einflüssen sucht kann lange warten.
Weiter geht es mit dem Song „Häxprocess“. Hier wird man von der ersten Spielsekunde an in eine andere Sphäre versetzt. OPETH präsentieren sich hier – wie auf dem ganzen bisherigen Album – eher von ihrer ruhigen Seite, aber auf so eine imposante Art und Weise, dass man sich von der orchestralen Unterlegung des Songs berauschen lassen kann, sich zurücklehnen kann und die unglaubliche Kreativität, die die Band hier zu Tage legt, einfach nur genießen kann.
Ähnlich kreativ, wenn auch sehr exotisch beginnt das Intro von „Famine“. Hier wird ein Mix aus abwechslungsreicher Percussion, klassischen Klavierelementen und orchestraler Unterstreichung geboten aufgepeppt mit gut gelungenen Gitarrenparts und durchschlagenden Schlagzeugparts. Die Mischung macht’s, so dass man auch nach über achtminütiger Spielzeit noch neue Elemente entdecken kann und der Song nicht künstlich in die Länge gezogen wirkt.
Abwechslungsreichtum scheint am Ende des Album groß geschrieben zu werden, denn auch „The Lines In My Hand“ wirkt deutlich durchstrukturierter und kreativer als manch einer der Songs zu Beginn des Albums. Vor allem die gesangliche Leistung des Sängers verleiht dem Song eine besondere Note und kann ganz und gar überzeugen.
Der nächste Song kann vor allem durch seine Gitarrentechnik überzeugen, die sich auf ganzer Linie technisch versiert ist und vor Spielfreude strotzt. Mit „Folklore” ist das Album um ein Highlight reicher. Ein klarer Anspieltipp.
Zuletzt noch „Marrow Of The Earth”. Hier wird nahtlos an den rein instrumental Anfang angeknüpft, denn auch hier wird nur mit instrumentaler Besetzung gearbeitet. Diesmal jedoch Gitarrenlastiger. Insgesamt noch ein wohlklingender Abschluss des Albums.
Tracklist
1. Heritage
2. The Devil's Orchard
3. I Feel The Dark
4. Slither
5. Nepenthe
6. Häxprocess
7. Famine
8. The Lines In My Hand
9. Folklore
10. Marrow Of The Earth






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