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Mit Leib und Seele Hot

 
Mit Leib und Seele
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CD Rezension

Artist / Band SCHANDMAUL
Release Date 31. 03. 2006
Homepage http://www.schandmaul.de
Label F.A.M.E./Edel
Label URL http://www.fame-recordings.de/

"Mit Leib und Seele" ist die Truppe von Schandmaul auf dem gleichnamigen Album wieder am Werk gewesen. Entstanden auf der Runneburg in Thüringen sind 17 neue Songs der Mittelalter-Rocker, welche durch ihre Atmosphäre Einfluss auf die Musiker genommen hat und so melden sie sich zwar weniger orchestral, aber mit einem reiferen Eindruck wieder zurück.

"Vor der Schlacht" geht es los, der Opener ist textlich zwar nicht sehr einfallsreich, jedoch ein sicherlich solides Werk über die bevorstehende Schlacht, in die es zu ziehen gilt. Das mal ehr rockige, mal ruhigere Stück lässt durch Melodie und Rhythmus Spannung aufkommen. So muss man sich wohl auch vor einer echten Schacht fühlen! 

"Vor der Schlacht" geht es los, der Opener ist textlich zwar nicht sehr einfallsreich, jedoch ein sicherlich solides Werk über die bevorstehende Schlacht, in die es zu ziehen gilt. Das mal ehr rockige, mal ruhigere Stück lässt durch Melodie und Rhythmus Spannung aufkommen. So muss man sich wohl auch vor einer echten Schacht fühlen!

Von einem schnellen Rhythmus und einer netten mittelalterlichen Melodie wird "Lichtblick" begleitet, der wahrlich auch ein Lichtblick des Albums ist. Der Text über den Zauber eines verflossenen Augenblickes ist zwar nicht die Entdeckung Amerikas, aber das Uptempo des eher Romantik-lastigen Songs  mischt die Sache auf und verleiht eine besondere Note.

Der große Höhepunkt des Albums aber heißt  "Kein Weg zu weit" und beinhaltet genau die richtige Mischung aus  Rock- und Mittelalterelementen und des Weiteren einen schönen Text über die Kraft der Liebe. Kein Wunder ist dieser Song auch die erste  Singleauskopplung .
Mit "Abschied" verabschieden sich Schandmaul jedoch leider von klasse Ideen. Erstmals kommen Akustikgitarren zum Einsatz, was aber auch das einzig Erwähnenswerte wäre. Von Lyrik und Melodie ist die Grenze von Romantik zu Kitsch mit diesem Stück deutlich überschritten.
Damit der Hörer aber nicht zu wehleidig wird, folgt gleich darauf der "Feuertanz", der sogar in einem Part einen instrumentalen Abschnitt aufweist.  Simple und damit eingängige Melodien im Refrain umspielen die Geschichte über  die verheerende Macht, die ein Feuer zu entfalten vermag, und eignet sich prima für die breite Masse der Fans.
Mit "Die Tür in mir" stirbt wie ich finde nun auch die textliche Finesse des Albums, wie auch der Erzähler des Songs  mehr oder weniger in den Tod flieht. Etwas aufgesetzt erscheint mir hier die neue "Tiefgründigkeit" der Musiker.
Von soviel Tod begleitet darf nun das Instrumentalstück "Das Mädchen und der Tod" nicht fehlen, welches mit sowohl folkigen, als auch modernen Klängen eine Chance für die Instrumentalisten der band bietet, ihr Können zu beweisen. Der Liedtitel hingegen gefällt mir persönlich eher weniger, denn Mädchen in Verbindung mit Tod klingt nach meinem Geschmack schon reichlich ausgelutscht.
Da wir nun schon so viele Tode gestorben sind, folgt "Der Untote". Textlich und musikalisch erinnert mich das Stück stark an Subway to Sally, was aber nicht unbedingt negativ zu bewerten ist, jedoch nun mal nichts Neues mehr bringt.

Verzaubern werden sie sanften Klänge von "Zauber der Nacht" den romantisch angehauchten Hörer, und die starke Liebeserklärung könnte auch den eher unromantischen Fraktionen zusagen.
In "Mitgift" entführt man uns mitten in eine mittelalterliche Detektivgeschichte, deren flotter Rhythmus wahrlich auch zum mitreißenden Text passt: Wer war der Giftmörder und vergiftete das Essen?
Interessant an "Wolkenberge" ist der mehrstimmige Refrain, jedoch reißt der Rest des Stücks einen nicht gerade vom Hocker. Kein textliches Kunststück, einfache Melodien, aber den Hardcore-Schandmaulfans könnte es vielleicht gefallen.
Mit "Dunkle Stunde" leben die Musiker auch eine persönlich dunkle Stunde. Der Hörer wartet ständig auf etwas Spannendes, wird aber bis zum Ende leider enttäuscht. Eine zu traditionelle Ballade über Sehnsucht und Tod.
Auch "Großes Wasser" handelt von Sehnsucht, nämlich solcher, die man beim Anblick eines gewaltigen Ozeans spürt, was auch toll durch das einleitende Meeresrauschen herübergebracht wird - endlich einmal ein eher positiv klingender Song!, dessen Melodie aber leider eher an ein einfaches Zwischenspiel, als an ein komplettes Lied erinnert.
"Der Poet" wiederum könnte bandbiographisch gemeint sein, jedoch kann man auf jeden Fall annehmen, dass Sänger Thomas Lindner ein spannenderes Leben mit seiner Band hatte.
In "Das Spiel" spielen auch Schandmaul mit dem Wechsel von sanfter Flöte und harten Gitarrenriffs, was mittlerweile ziemlich nach Standard klingt.
Das zweite Instrumentalstück "Käptn Coma" weckt den dösenden Hörer aus dem Tiefschlaf. Jedes Instrument kommt einzeln in den Genuss, seine Virtuosität zu präsentieren und die Melodie erinnert mich oft an traditionelle Balkan-Klänge. Live gespielt kommt das Ganze bestimmt noch besser rüber.
Warum als letztes Stück des Albums aber "Wie sie ist" ausgewählt wurde, anstatt Nr.16 das Finale bestreiten zu lassen, ist mir allerdings schleierhaft. Vielleicht soll dieser eher emotionale Song mit deutlichem Gitarrenfokus "Mit Leib und Seele" abrunden und dem Album einen Gesamtkontext verleihen.

"Mit Leib und Seele" ist sicherlich ein Album, das seine Zeit braucht, um zu wirken. Schandmaul haben sich mit neuen Einfällen zurückgehalten, jedoch wird der langjährige Schandmaul-Fan nicht enttäuscht. Einsteiger sollten aber doch eher zu den alten Sachen greifen - bei 17 Songs hätte mal vielleicht besser auf ein paar davon verzichtet!?
Ein großes Lob geht aber noch an das 36seitige Booklet mit den tollen Bildern.

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Geschrieben von Xardas
January 01, 2009
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