Bloodpit melden sich mit dieser EP nach einem Jahr Pause zurück und präsentieren uns ihre „neue“ Band – mit Sänger Antti Ravín, Gitarrist Petri Hiltunen und noch härteren Gitarrenklängen als zuvor. Wie sich das dann genau anhört, könnt ihr hier lesen!
Die EP beginnt mit Bloodpit´s aktueller Single “For you to be safe”. Ein gitarrenlastiges Intro eröffnet den Song, und kurze Zeit darauf setzt der fesselnde und in einen Bann ziehende Gesang Antti Ravín´s ein. Ausdrucksstark und zur Musik passend ist der Gesang des neuen Frontmanns, der Ex-Sänger Matthau Mikojan ersetzt. Da dieser zuvor auch Gitarre spielte und Antti Ravín als reiner Fronter agiert, wurde Petri Hiltunen in die Band geholt. Er begeistert nun zusammen mit Paavo Pekkonen mit eingängigen Gitarrenrhythmen und passenden und qualitativ hochwertigen Gitarrensoli, die man auch in diesem Song sehr gut heraushören kann.
“Rewired” ist ein Song, der von Großteilen der Band zusammen geschrieben wurde. Verzerrter Gesang und sehr dominante Gitarrenklänge sind zu Beginn des Liedes zu hören und auch im Verlauf des Liedes ist es sehr deutlich, wie sehr die Gitarrenklänge in den Vordergrund gerückt werden. Ob dies an allen Stellen in dem vorliegenden Ausmaß gut gewählt wurde, ist fraglich, da trotz des schönen Klangs nun mal der Gesang in den Hintergrund zu rücken scheint und ein wenig im Gitarrensturm unterzugehen droht. Das rein instrumentale Zwischenspiel fügt sich sehr gut in das Gesamtbild des Liedes ein, und auch alle anderen kleineren instrumentalen Einschübe zerbrechen das Gesamtbild nicht sondern ergänzen es positiv.
“Nancy Boy” ist eine Coverversion des Liedes, das eigentlich von PLACEBO stammt. Antti Ravín´s Gesang wirkt zu Beginn wenig überzeugend, da er zu hoch und ausdruckslos erscheint. Hinzukommt, dass keinerlei Tiefe in der Stimme zu erkennen ist – nur in den rockigeren Passagen wird die Stimme ausdrucksstärker und voller, jedoch auch nicht in dem benötigten Ausmaß. Musikalisch gesehen ist das Stück gut gelungen, auch wenn an einigen Teilen erneut der Gitarrenklang ein bisschen zu sehr in den Vordergrund rückt. Kurze instrumental gehaltene Zwischenspiele findet man auch in diesem Song, und auch hier sind sie sehr passend und wirken keinerlei störend, auch wenn die übermäßige Ausreizung von oft verzerrten Gitarrenklängen ein bisschen übertrieben erscheinen kann.
Weiter geht es mit einer Coverversion von “Inside” (Orginal von Stiltskin) – wieder einmal wird man von Gitarrenklängen begrüßt, in die dann der eintönige und doch schon ausdrucksstarke Gesang einfließt und fast ohne jegliche musikalische Untermalung zunächst im Raume steht. Jedoch wird sogleich der rockigere Teil des Songs eingeläutet, in dem die raue Seite der Stimme einfließt und dem Lied einen härteren Klang gibt. Diese härtere Phase wechselt sich aber immer wieder mit der ruhigeren ab, und daher entstehen immer wieder nicht ganz so flüssige Übergänge dieser beider Liedteile, auch wenn die Übergänge im Laufe des Songs flüssiger als zu Beginn erscheinen.
Der vorletzte Titel ist erneut eine Coverversion; sie ist von Hüsker Dü´s “Pink turns to blue” und ist ein Song der durchaus rockig ist. Der meist leicht verzerrte Gesang mag zwar nicht jedermann´s Geschmack sein, doch hier passt es (im Gegensatz zu den hoch gesungenen Passagen) in das Gesamtbild des Songs. Durch die weitgehend gleichklingenden und gleichbleibenden musikalischen Elemente erscheint das Lied aber nach einiger Zeit eintönig und zieht sich leider in die Länge.
Niemand erwartet von Antti Ravín, dass er klingt wie Marilyn Manson in seinem Lied “Coma white” – doch die fehlende Ausdrucksstärke und Stimmtiefe fallen einem sofort auf, wenn man sich das Lied anhört. Es fehlt eine gewisse Inbrunst mit der das Lied hätte gesungen werden sollen, es fehlt das „gewisse Etwas“, was eine gute Coverversion ausmacht. Es soll nicht abgekupfert wirken, nein, es soll eine eigene Interpretation ergeben wenn man einen Song covert – doch trotzdem sind grundlegende Dinge wie das Zusammenspiel von Musik und Gesang (die Gitarrenklänge stören den Gesang erneut) oder die entstehende Stimmung sehr wichtig. Doch das, was diese Version ausmacht, ist leider nur eine schwach klingende Stimme, die den Zugang zu dem Lied nicht gefunden hat und eine musikalische Untermalung, die sich teilweise in den Vordergrund drängt.
Fazit
Tracklist
1. For you to be safe
2. Rewired
3. Nancy Boy (Cover von Placebo)
4. Inside (Cover von Stiltskin)
5. Pink turns to blue (Cover von Hüsker Dü)
6. Coma white (Cover von Marilyn Manson)






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